Peru–Der Norden–Teil 2

Von Cajamarca nach Huaraz

19.04.18 – 28.04.18

volle Distanz: 605.91 km
Maximale Höhe: 4198 m
Minimale Höhe: 506 m
Gesamtanstieg: 12561 m
Gesamtabstieg: -11699 m
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Am 19.04.18 gings dann von Cajamarca Richtung Süden.An diesem Tag hab ich dann 90 km runtergetrampelt,alles auf Asphalt,wenig Verkehr und nicht viele Höhenmeter.Die zwei Tage Pause hatten richtig gut getan.Um 17 Uhr erreichte ich das Recreo Aguas Callientes in La Grama.Campen war kostenlos und Restaurants auch reichlich vorhanden.Also Zelt aufgestellt,im Restaurant was zu Essen eingeworfen und mit zwei Bier ins Zelt verkrümmelt.Am nächsten Tag war ich zeitig auf den Beinen,denn ich musste von 2000 m auf 3350 m hochtrampeln.Die Strasse ging eigenlich 65 km aufwärts und die letzten 3 km abwärts auf 3200 m zur Laguna Sausacocha.War sehr gut zu fahren obwohl es Mittags ziemlich warm wurde.Mittagessen gab es wie gewohnt an einem Strassenrestaurant.Landschaftlich ist die Strecke sehr schön,wenn man mal von den Bergbau – Minen absieht.Es war aber trotzdem ein anstrengender Tag.Den ganzen Tag bergauf fahren zehrt doch an den Kräften.An der Laguna Sausacocha hab ich dann an einem Restaurant gefragt ob ich auf der Wiese davor zelten darf.Kein Problem meinte die Besitzerin.Die Nacht wurde dann etwas kühler als gewohnt.Kein Wunder ich war mitlerweile über 3000 m.

 

Am nächsten Tag gabs erst mal Frühstück in einem Strassenrestaurant,bevor ich mich auf den Weg Richtung Mollepata machte.Nach 30 km musste ich mich dann von der Asphaltstrasse verabschieden um nicht wieder auf 2000 m herunter zu fahren.Die Sandstrasse ließ sich zum Anfang noch gut fahren,aber nach ein paar Kilometern wurde sie immer schlechter.Loser Sand vermischt mit kleinen Steinen und das auch noch bergauf.Teilweise war die Piste unfahrbar also hieß es schieben.Nach 9,5 Stunden für 43 km war dann an einer Lagune auf 4000 m Höhe Feierabend.Ich war völlig erledigt.

 

Am nächsten Morgen musste ich dann noch 15 km weiter aufwärts trampeln und schieben bis ich die Abzweigung nach Mollebamba erreichte.Wie sich später herausstellte hätte ich noch ein Stück weiter fahren müssen um zur Abzweigung nach Mollebamba zu kommen.Da hat mir das Garmin mit der OSM Karte einen Streich gespielt.Die Piste die ich genommen habe traf irgendwo zwischen Angasmarca und Mollebamba die Hauptstrasse(3N).Es ging eigentlich nur bergab,aber die Piste bestand nur aus Geröll und Löchern.Dazu war es teilweise sehr steil.Ich habe selten bergab soviel geschoben.Am Ende bin ich dann in Angasmarca gelandet.Eine billige Unterkunft mit kalter Dusche war schnell gefunden und Abendessen gab es preiswert in einem Restaurant an der Plaza.

 

Der 23.04.18 begann mit einem zünftigen ,,Caldo de Gallina,, Frühstück an der Plaza in Angasmarca.Anschliessend machte ich mich auf den Weg nach Mollepata.Die ersten km waren Schotterstrasse,immer fein bergauf und bergab.Das schafft einen auf der Höhe ganz schön.Von Mollepata ging es dann auf Asphalt in Serpentinen runter auf 2000 m zum Rio Tablachacha.Das waren grandiose Aussichten auf das Tal.Wohl das schönste was ich bis dahin gesehen hatte.Leider sind mir da irgendwie die Bilder abhanden gekommen.

 

Im Tal machte ich mich auf den Weg am Fluss entlang nach Süden.Ich hatte einen Trackfile aus dem Internet von jemandem der dort lang gefahren war.Der weg war auch nicht schlecht,also immer schön am am Fluss entlang.Unterwegs traf ich ein paar Goldgräber(Die buddeln da in kleinen Stollen rum),die meinten dort wären Erdrutsche.Das war mir aber aus einer Beschreibung im Internet bekannt.Nach einigen Kilometern kam dann eine Stelle an der ich mein Fahrrad abpacken musste.Hab ich den Kram halt 200 m getragen und dann gings weiter auf dem Weg.Gegen 16 Uhr kam ich dann zu einer Halbinsel und dort war dann Schluss mit dem Weg.Da war doch glatt ein kompletter Berg ins Tal gerutscht.Schon deprimierend wenn man kurz vor dem Ziel umdrehen muss.Aber das kommt davon wenn man nicht hören will und auch kein spanisch spricht.Winking smile Also habe ich mich auf den Rückweg gemacht.Versehentlich habe ich ein paar Rinder vor mir hergetrieben.Die blöden Viecher sind gleich mal bis zur ersten Mine durch getrabt.Da es trocken war hab ich mir ein Plätzchen oberhalb des Weges gesucht und ein Feuer gemacht.Zu Essen hatte ich noch genug dabei und zwei Bier waren auch noch am Start.Mitten in der Nacht kam dann eine Gruppe Minenarbeiter an und haben mich gefragt ob ich blöd bin die Rinder da durch zu treiben.Ich hab mich freundlich dumm gestellt.Irgendwan sind die Jungs dann abgezogen und haben die Rinder wieder auf die Halbinsel zurück getrieben.Am nächsten Morgen hab ich meinen Kram wieder über die eine verschüttete Stelle getragen und nach 1,5 Stunden war ich wieder im Ort Tablachaca.Von dort hatte ich dann 1000 Höhenmeter auf 20 km nach Palasca zu überwinden.Das war eine herbe Schinderei.Erst war es knallheiss und auf den letzten drei Kilometern gabs dann Regen.In Palasca angekommen hab ich dann ein französisches Pärchen getroffen.Da wurde natürlich erstmal ein Schwätzchen gehalten.Ich bin dann noch kurz in ein Restaurant zum futtern und in einen Laden um meine Voräte aufzufüllen.Da es schon 16 Uhr war musste ich mich beeilen wieder ins Tal runter zu kommen.Auf 3000 m Höhe war es mir einfach zu feucht und zu kalt.Die Abfahrt war ein Hammer.Eine einspurige Teerstrasse,teils etwas ramponiert,rechts die Felswand und links der Abgrund.Das ganze 20 Kilometer.Mit dem letzten Licht kam ich bei einem verlassenen Goldgräbercamp an.Dort hab ich mich dann für die Nacht einquartiert.

 

Der nächste Tag brachte erstmal 50 km gemütliches bergab fahren immer am Rio Tablachacha entlang.An der Abzweigung Richtung Caraz hab ich dann schnell noch ein Mittagessen eingeworfen.Anschliessend ging es noch 65 km bergauf bis kurz vor Huallanca.Da war ein Plätzchen neben der Strasse auf dem ich mein Zelt aufbauen konnte.Am nächsten Morgen hab ich dann die restlichen Kilometer nach Caraz in Angriff genommen.Die Strecke ist einspurig und hat jede Menge Tunnel.Zum Glück ist dort nicht viel Verkehr.Ich musste mich aber trotzdem ein paar mal an die Tunnelwand drücken um Fahrzeuge passieren zu lassen.Gegen Mittag hatte ich es dann bis Caraz geschafft.Kurz mal die Geldreserven aufgefüllt und anschliessend versucht Gaskartuschen zu bekommen.Leider war der Laden geschlossen.Schnell noch ein Mittagsmenü eingeworfen und wieder rauf aufs Rad.Nach einer weiteren Stunde war ich dann in Yungay,dem Ausgangspunkt für meinen Ausflug zur Laguna 69.Aus der Ioverländer App hatte ich mir schon das Hostal Gledel rausgesucht.20 Soles(5€) die Nacht mit geteiltem Bad und heisser Dusche.Was will man mehr.Da Yungay der Ausgangspunkt für Trekkingtouren in die Cordilliera Blanca ist,laufen hier schon ein paar mehr Touristen rum.Das hat aber auch den Vorteil das es reichlich Restaurants und Futterstände gibt.

 

Am 27.04.18 stand dann ein weiteres Highlight meiner Reise auf dem Programm.Kurz nach 7 Uhr startete ich mit einem Collectivo zur Laguna 69.Das hiess erst mal 1400 Höhenmeter bis zum Anfang des Wanderwegs mit einem Collectivo.(15 Soles/4€ Touristenpreis)Auf dem Weg waren dann noch 30 Soles/7,5 € Parkeintritt fällig,ziemlich dreist für einen nicht gerade gepflegten Weg.Anschliessend eine anstrengende Wanderung von 3900 m auf 4600 m Höhe.Teilweise war das eine richtige Kletterei und die Luft verflucht dünn.Entschädigt wurde man mit einem grandiosen Anblick auf eine azurblaue Lagune und Schneebedeckten Bergen im Hintergrund.Für den Aufstieg hab ich 2,5 Stunden gebraucht.Der Abstieg war auch nicht viel einfacher.Ich war froh als ich wieder an der Strasse war und mich in ein Collectivo nach Yungay setzen konnte.Den Nachmittag habe ich dann mit Kaffee trinken und futtern verbracht.Abends gabs dann noch ein paar Bier und gegen 9 Uhr lag ich im Bett.

 

Am 28.04.18 hatte ich dann nur 55 km/1000 Höhenmeter nach Huaraz zu fahren.Der Verkehr in der Gegend ist aber schon ein bischen dichter.Es liess sich aber trotzdem gut fahren.Das nervige ist das laufende Gehupe.Die Peruaner hupen nicht weil sie einen warnen wollen,sondern weil sie grüssen wollen.Also auch wenn sie einem entgegenkommen.Auf einer viel befahrenen Strasse kann das mit der Weile ganz schön nervig sein.Zum Mittag bin ich dann in ein Restaurant an der Strasse eingekehrt.Dort bin ich das erste mal ausgetickt.In dem Schuppen war die Musik so laut das man sein eigenes Wort nicht verstanden hat.Das lieben die Peruaner,laute schlechte Musik aus billigen krächzenden Lautsprechern.Nachdem ich der Tante zwei Minuten versucht habe klar zu machen das ich was zu Essen haben möchte und ich bei dem Krach keines ihrer Worte verstanden hab musste ich doch mal einen Brüller lassen.Sie soll gefälligst die Mucke leiser machen oder ich schmeiss das Gerät aus dem Fenster.Das ganze natürlich auf Deutsch Winking smile Ruckzuck war Ruhe im Saal und ich konnte ihr begreiflich machen das ich Hähnchen mit Pommes und Salat möchte.Kaum war ich raus aus dem Laden hat die dumme Kuh die Mucke wieder voll aufgedreht.Manche Leute haben echt einen Schaden.Nachmittags um drei war ich dann in Huaraz.Hier waren erstmal drei Tage Pause angesagt.Die drei Tage hab ich mit Blog schreiben,einkaufen,kochen,essen und Bier trinken verbracht.In Huaraz hab ich dann auch endlich Gaskartuschen(9 € 450 gr) gefunden.Ausserdem musste ein neues Zelt her da an meinem anderen die Stangen den Geist aufgegeben hatten.Das waren gleich mal 100 € für ein Zelt das in den USA 70 Dollar kostet.Wenigstens hab ich der Verkäuferin noch eine Gaskartusche extra aus dem Kreuz geleiert.Es ist eben alles Importware ,deswegen die hohen Preise.Einen Ersatzschlauch fürs Fahrrad konnte ich auch noch ergattern.28er und 29er Teile sind in Peru nicht einfach zu bekommen,eigentlich nur in grossen Städten.Und das Zeug ist dann meistens irgendwelche Chinaware.Genächtigt hab ich im ,,Climbing Point Hostel,,.4 Nächte Einzelzimmer mit geteiltem Bad 22 € inklusive kleinem Frühstück.War ein netter Laden mit einem sehr angagiertem Betreiberpaar.Am 02.05.18 gings dann weiter Richtung Süden.Aber das schreibe ich dann im nächsten Post.

Bis bald Jörg

 

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